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Herstellung von Rezepturen in unserer Apotheke

Sigrid Weinand-Hofer im Interview

Individuell hergestellte Medikamente aus der Apotheke sind ein wichtiger Bestandteil bei der Versorgung mit Arzneimitteln in der Bevölkerung, wenn Fertigarzneimittel nicht verfügbar sind. Die Anfertigung und Dokumentation von Rezepturen ist allerdings ein aufwändiger und arbeitsintensiver Prozess. Die Apothekerverbände fordern daher seit langem, auch bei Rezepturarzneimitteln die Beratung und Abgabe zu vergüten. (Quelle: Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e.V.)

Frau Weinand-Hofer, die Apothekerverbände fordern, bei individuell hergestellten Rezepturen die Beratung und Abgabe zu vergüten. Wie aufwändig sind denn Rezepturen in der Herstellung?

Sigrid Weinand-Hofer: Die Herstellung von Rezepturen als solches ist per se eine herausragende pharmazeutische Tätigkeit. Es gibt Patienten die Medikamente benötigen, die auf ihre Bedürfnisse abgestimmt sind, etwa wenn sie bestimmte Inhaltsstoffe nicht vertragen. Es gibt viele verschiedene Varianten. Es sind einfache Rezepturen, bei denen nur ein Wirkstoff in eine Grundlage eingearbeitet wird. Aber es gibt auch kompliziertere Rezepturen, bei denen man erst aus einem Wirkstoff eine Lösung herstellen muss, die dann wiederum in eine Grundlage eingearbeitet wird. Auch kann eine Rezeptur aus mehreren Grundlagen bestehen, die alle erst einmal erwärmt werden müssen, damit man den Wirkstoff einarbeiten kann.

Wie lange man braucht, kommt darauf an, aus wie vielen Komponenten zum Beispiel eine Salbe besteht. Es fällt ja nicht nur die Zeit an, die man zum Anfertigen der Salbe benötigt. Zuerst müssen wir prüfen, ob wir alle Wirkstoffe für die jeweilige Salbe im Bestand haben oder ob wir eine „Zutat“ bestellen müssen. Dann kommt ein sehr bedeutsamer Vorgang: Wir überprüfen, ob die Inhaltstoffe zusammenpassen, ob die Wirkstoffe sich gegenseitig in ihrer Wirkung mindern und ob ein Arzneistoff seine Wirkung verlieren kann. Das alles muss dokumentiert werden, man nennt das den „Plausibilitäts-Check“. Auch muss bei jeder hergestellten Rezeptur der Herstellungsvorgangs in einem Herstellungsprotokoll dokumentiert werden. Das Herstellen einer Salbe dauert in diesem Fall schon seine Zeit. Meistens können wir aber die Fertigstellung bis zum nächsten Tag versprechen.

Welcher ist der wichtigste und häufigste Wirkstoff, der bei Ihnen verwendet wird?

Sigrid Weinand-Hofer: Die am häufigsten verwendeten Wirkstoffe in Salben sind Kortisone und auch das Antibiotikum Erythromycin.

Kann der Patient sicher sein, dass die Rezeptur allen Qualitätsansprüchen genügt?

Sigrid Weinand-Hofer: Fehler bei der Rezepturherstellung könnten sein, dass man beim Abwiegen der Wirkstoffe unaufmerksam ist oder dass der Wirkstoff nicht gleichmäßig in die Grundlage eingearbeitet wird. Darum gibt es die Überprüfung durch das Zentrallabor der deutschen Apotheker. Auch wir unterziehen uns dieser Kontrolle. Die Hofer’sche Apotheke hat seit über zehn Jahren ein Qualitätsmanagement eingeführt und im Rahmen dessen ist die Rezepturüberprüfung gefordert. Das Zentrallabor der deutschen Apotheker gibt den Apotheken vor, wann und welche Kapsel-, Salben- , Tropfen- oder Lösungsrezepturen zur jährlichen Überprüfung eingeschickt werden müssen. So kommen immer wieder unterschiedliche Rezepturen auf den Prüfstand.

Welche Prüfkriterien gibt es?

Sigrid Weinand-Hofer: Es wird geprüft, ob der Gehalt der Wirkstoffe entsprechend der Verordnung ist, ob der Wirkstoff in Salben gleichmäßig verteilt ist, ob das Gefäß das richtige ist und vieles mehr. Und es wird sichergestellt, dass die Keimbelastung einen gewissen Wert nicht überschreitet. Die Apotheke bekommt dann einen Bericht und ein Protokoll zu den verschiedenen Untersuchungen, die mit der Rezeptur gemacht wurden. Wenn alle Prüfungskriterien erfüllt sind, gibt es ein Zertifikat, das ein Jahr gültig ist. In den vergangenen Jahren bekam die Hofer’sche Apotheke übrigens ausnahmslos Zertifikate, die die Qualität unserer selbst hergestellten Rezepturen bestätigten. Die aktuellen Zertifikate hängen in der Apotheke aus.

Das Interview führte Maria Weininger

Hier sehen Sie die aktuellen Zertifikate …